"The Governor", das Buch von Illinois' wegen Korruption angeklagtem Ex-Gouverneur Rod Blagojevich, erscheint am 8. September. Im Moment sind zwei verschiedene Cover im Umlauf (via chicagoist und amazon).
Als Vorbestellung kostet es nur $16,47 und damit, wie chicagoist betont, deutlich weniger als Obamas Senatssitz.
Bisher gibt es 40 bestätigte Fälle von Schweinegrippe in den USA, aber noch keine in Illinois.
Die Chicago Tribune meldet heute allerdings, dass es nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Illinois nur eine Frage der Zeit sei, bis es in einem Staat mit internationalen Flughäfen und einem relativ hohen Anteil an Immigranten die ersten Erkrankten gibt.
Wer unter Fieber, Husten, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Kälteschauern und Müdigkeit leidet, solle seinen Arzt informieren und zu Hause bleiben. Sieben Patienten mit entsprechenden Symptomen wurden in Illinois bisher negativ auf das Virus getestet.
Laut Behörden gibt es noch genügend Grippemedikamente in Illinois, und im Laufe der Woche sollen noch weitere Vorräte aus Beständen des Bundes geliefert werden. Auch Mundschutzmasken sind in den Drogerien noch erhältlich.
Der Leiter der Gesundheitsbehörde hat dazu aufgerufen, die Verbreitung von Bakterien durch besonders häufiges Händewaschen zu verhindern, und den Kontakt mit Augen, Mund und Nase zu vermeiden.
Besonders in den Latino-Vierteln Chicagos werden die Vorsichtsmaßnahmen ernstgenommen. Dort wurden beispielsweise Schüler dazu angehalten, auf Händeschütteln zu verzichten. Eltern, die ihre Kinder krank melden, werden zu den Symptomen befragt.
Insgesamt ist mein Eindruck aber, dass die Panik in Deutschland größer ist als hier.
Ich dachte zuerst, es wäre ein Witz, aber anscheinend hatte Rod Blagojevich, der im Dezember verhaftete und im Januar amtsenthobene Ex-Gouverneur von Illinois, tatsächlich vor, an der TV-Show "I'm a Celebrity...Get Me Out Of Here!" teilzunehmen (der amerikanischen Version von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!").
Reportern sagte Blagojevich vor einer Anhörung bei Gericht: "I have to do it for my kids." 80.000 Dollar pro Folge hätte Blago für den Einzug ins Dschungelcamp in Costa Rica bekommen (via chicagoist).
Daraus wird aber nichts: U.S. District Judge James Zagel hat heute entschieden, dass Blagojevich, der unter anderem wegen Erpressung, Betrug und Falschaussage unter Anklage steht, das Land nicht verlassen darf. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.
Im Gefängnis könnte Blagojevich auf seinen Vorgänger treffen: Ex-Gouverneur George Ryan sitzt gerade eine sechsjährige Haftstrafe ab, unter anderem wegen Korruption und Bestechung.
Ein Forscher von der Harvard Business School hat untersucht, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen den politischen und religiösen Werten der Bewohner der einzelnen US-Bundesstaaten - und der Häufigkeit mit der sie im Internet Sexseiten besuchen.
Und siehe da: Die konservativen Staaten scheinen ein "dirty little secret" zu haben: "Turns out, All-American so-called red states watch the most online porn", heißt es im Windy Citizen-Blog The Little Things. Illinois belegte einen der hinteren Plätze.
Gegenden mit einer hohen Anzahl an Kirchgängern frequentierten die entsprechenden Seiten sonntags zwar seltener, insgesamt aber häufiger als andere.
Von den zehn Staaten mit dem höchsten Konsum von "Adult Entertainment Websites" (allen voran Utah, Alaska und Mississippi), haben bei der vergangenen Präsidentschaftswahl acht für John McCain gestimmt.
Das verlängerte Wochenende haben die Obamas in Chicago verbracht (gestern war "Presidents' Day", ein Feiertag). Ihre ehemalige Grundschule hat Malia und Sasha auf einer grossen Anzeigetafel begrüßt und ihnen einen Happy Valentine's Day gewünscht.
Ich kann hier leider nicht erzählen, wie es dazu kam, aber heute Mittag stand ich im Chicagoer Büro des Gouverneurs von Illinois.
Es befindet sich im 15. Stock des Thompson Centers, denn noch ist Pat Quinn nicht in die Räumlichkeiten seines amtsenthobenen Vorgängers Rod Blagojevich im 16. Stock umgezogen.
James R. Thompson-Center: der Gouverneurssitz in Chicago
Dass in Quinns Büro dutzende Pappkarton aufgestapelt sind, hat mit einem Umzug aber vermutlich nichts zu tun. Der Gouverneur hat den Ruf, etwas chaotisch zu sein und auf Äußerlichkeiten nicht viel Wert zu legen. Besonders gut gefallen hat mir, dass die meisten Kartons mit "Random" beschriftet sind.
Pat Quinn selbst habe ich leider nicht getroffen, er war heute in Springfield.
Die größte Hürde auf dem Weg in das Büro des Gouverneurs war die Sicherheitskontrolle, die im Erdgeschoss vor den Aufzügen positioniert ist. Dort muss man eine "State ID" vorzeigen, also zum Beispiel einen amerikanischen Führerschein oder einen Studentenausweis von einer staatlichen Universität.
Beides habe ich nicht, deshalb hielt ich dem Kontrolleur meinen deutschen Personalausweis hin.
Ich glaube, das war für ihn das Highlight seines Tages. Unter dem Schalter kramte er einen dicken Katalog hervor, in dem Führerscheine, Reisepässe und Personalausweise für vermutlich jedes Land der Welt abgebildet sind, blätterte eifrig und verglich meinen Ausweis eingehend mit der Abbildung.
Dann verabschiedete er sich mit einem feierlichen "Dankescheeeen".
Schon tausendmal gesehen, und ich muss immer noch lachen.
Barack Obama wird in der nächsten Woche zweimal nach Illinois kommen, berichtet The Swamp:
Am Donnerstag wird der Präsident zum 200. Geburtstag von Abraham Lincoln Springfield besuchen. Das Valentinstagswochenende will Barack Obama mit seiner Familie in Chicago verbringen. Es wird der erste Heimatbesuch der First Family seit der Inauguration sein.
Gestern Abend war Illinois' ehemaliger Gouverneur Rod Blagojevich bei David Letterman:
(Teil 1 von 4)
Ich muss zugeben, dass ich inzwischen nicht mehr ganz sicher bin, was ich von der Blago-Geschichte halten soll. Ganz so eindeutig, wie es bei seiner Verhaftung im Dezember hieß, scheint die Beweislage gegen ihn doch nicht zu sein.
Blagos Theorie, die Demokraten hätten ihn abgesägt, weil sie die Einkommenssteuer erhöhen wollten, erscheint mir zwar überhaupt nicht schlüssig, aber so ganz sauber ist diese Amtsenthebung wohl auch nicht abgelaufen.
Inzwischen mehren sich auch die kritischen Stimmen dazu: hier im Blog in einem Kommentar zum Beispiel, oder auch in der Latino-Community. Dort hat Blagojevich viele Anhänger, weil er in den letzten Jahren wohl einiges unternommen hat, um die Situation von illegalen Einwanderern zu verbessern.
Gestern habe ich auch eine afroamerikanische Bürgeraktivistin kennengelernt, die Blagos Schuld stark bezweifelt und ihn für seine Unterstützung von Community Organizing-Projekten lobt. Warum das FBI einen amtierenden Gouverneur um 6 Uhr morgens vor den Augen seiner Kinder in Handschellen abführt, kann sie nicht verstehen. (Edit: Die Kinder haben noch geschlafen.)
Meine 79-jährige Großtante versteht nicht, wie man 600 Dollar für einen Haarschnitt ausgeben kann. Ich glaube, das ist für sie Blagos größtes Vergehen.
Auf den Prozess gegen Blagojevich (vermutlich im nächsten Jahr) bin ich auf jeden Fall sehr gespannt.
Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat zugunsten der deutschen Internetplattform XING (gesprochen: CROSS-ING) entschieden, dass die Beschriftung auf US-Straßenschildern von (School) "XING" zu "CROSS" geändert werden muss?
Nein, dieses Video ist natürlich ein Fake:
In Illinois müssen aber tatsächlich viele Straßenschilder erneuert werden, berichtet heute die Tribune hier.
32 Schilder an den gebührenpflichtigen Highways Illinois' tragen nämlich die Aufschrift: "Open Road Tolling - Rod R. Blagojevich, Governor".
Sie waren 2004 für 480.000 Dollar (!) aufgestellt worden. Die Änderungen nach der gestrigen Amtsenthebung des Gouverneurs werden noch einmal den gleichen Betrag kosten.
Zu Weihnachten habe ich das Buch "Against the Law!" von Richard Smith geschenkt bekommen (der Orginaltitel ist "You can get arrested for that - An American Crime Spree").
Montrose Beach, Chicago
Smith, ein britischer Student, stieß zufällig auf die vielen absurden Gesetze, die es in den amerikanischen Bundesstaaten immer noch gibt: Zum Beispiel ist es in Alabama verboten, eine Eistüte in der Gesäßtasche stecken zu haben. In Georgia gilt dieses Gesetz auch, aber nur sonntags. Einen Esel in einer Badewanne zu halten, ist dort allerdings immer verboten (siehe dumblaws.com).
Das Buch ist nicht besonders gut geschrieben, aber die Idee ist brillant: Richard Smith beschloss, gemeinsam mit einem Freund durch Amerika zu reisen, und dabei so viele dieser Gesetze wie möglich zu brechen.
Auch in Chicago kam Smith vorbei. Hier ist es verboten, sowohl im Pyjama als auch auf einer Giraffe sitzend Fische zu fangen. Aus Ermangelung einer Giraffe setzte sich Smith also im Pyjama und mit einer Angelrute an den Montrose Harbor.
Dass er wenig später von drei Chicagoer Polizisten angehalten wurde, hatte damit allerdings nichts zu tun: Smith hatte keine Ahnung, dass die Flagge mit einem weißen Kreuz auf schwarzem Grund, die er auf der Hutablage seines Mietwagens platziert hatte, nicht nur die Flagge von Cornwall ist, sondern auch ein Emblem der berüchtigten Chicagoer Gang "Gangster Disciples".
oliver2JK about Obama Weather Wed, 18.11.2009 08:39 cooles Spielzeug, auch wenn das
aktuelle Wetter nicht ganz stimm
t. Aber auch ein Obama ist nic [
...]
Julia about Halloween 2009 Mon, 16.11.2009 20:08 bin gerade zufaellig auf deinen
blog gestossen. diese verkleidun
g ist wirklich... different...
Crasty about Hell House Wed, 28.10.2009 17:00 I read a few topics. I respect y
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ites.
John about Chicago Cabdriver Dmitry Mon, 26.10.2009 00:52 Are you a professional journalis
t? You write very well.
Tobi about German Shopping Tue, 06.10.2009 17:47 Haha, das ist ja krass. Nicht ma
l in Spanien, welches man teilwe
ise ja schon als deutsche Kolo [
...]
Comments
Wed, 18.11.2009 08:39
cooles Spielzeug, auch wenn das aktuelle Wetter nicht ganz stimm t. Aber auch ein Obama ist nic [ ...]
Mon, 16.11.2009 20:08
bin gerade zufaellig auf deinen blog gestossen. diese verkleidun g ist wirklich... different...
Wed, 28.10.2009 17:00
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Mon, 26.10.2009 00:52
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Tue, 06.10.2009 17:47
Haha, das ist ja krass. Nicht ma l in Spanien, welches man teilwe ise ja schon als deutsche Kolo [ ...]