In 17 Ländern wurden jeweils 1000 Verbraucher nach ihren Gewohnheiten befragt, zum Beispiel zur Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, zur Wärmedämmung von Häusern und zum Strom- und Wasserverbrauch.
Wie im vergangenen Jahr liegen die USA weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Aber auch die Deutschen verhalten sich nicht so umweltbewusst, wie sie häufig glauben: Sie belegen nur Rang 10.
Ein Grund dafür ist die Liebe der Deutschen zum Trinkwasser in Flaschen. Spiegel Online zitiert eine Schweizer Studie, die besagt, dass im ungünstigsten Fall mehr als 0,3 Liter Erdöl verbraucht werden, um einen Liter Flaschenwasser zum Endverbraucher zu bringen.
Dabei gehört das verschmähte Leitungswasser zu den am strengsten kontrollierten Nahrungsmitteln und muss härtere Vorschriften erfüllen als abgefülltes Wasser, wie ich hier schon einmal geschrieben habe.
Ganz vorne liegt Deutschland mit 71 Punkten bei der Frage "Wie oft gehen Sie zu Fuß oder fahren Fahrrad?". Auch hier belegen die Amerikaner mit 26 Punkten den letzten Platz (Durchschnitt: 51).
An der Spitze des "Greendex"-Rankings liegen Indien, Brasilien und China.



Heizung braucht man nicht und eine Klimaanlage können sich nur die Wohlhabenden leisten. Ansonsten ist Brasilien in puncto Umweltbewusstsein eher erschütternd.
Zu gute kommt der Bilanz da vielleicht noch, das viele Brasilianer kein eigenes Auto besitzen. Die vorhandenen Autos dagegen sind umweltpolitisch gesehen wohl eher ein Disaster. 30 Jahre alte Rostlauben, ohne Kat und mit schlecht eingestellten Motoren fahren zu tausenden herum. Wer es sich dagegen leisten kann, der fährt im "Großen Stil". Pickups mit großen Motoren, einem Spritverbrauch jenseits von gut und böse und einem cw-Wert von einem Felsen, sind der letzte Schrei.
Geht man einkaufen, dann kommt man nicht mit einer oder zwei, sondern mit 10-20 kleinen Plastiktüten nachhause.
Den Müll kippt man einfach am Strassenrand ab, irgendwer wird den schon beseitigen.
Viele Flüsse und Bäche stinken bestialisch, weil in Städten wie Recife und Salvador da Bahia die Fäkalien ungeklärt in die Natur gepumpt werden.
Und von der subventionierten Zuckerrohr-Monokultur, will ich erst gar nicht anfangen. Vielleicht haben Sie aber auch nur die paar verbliebenen Indios befragt?
Interessant fand ich aber den Vergleich Deutschland und USA. Und dass die Öko-Bilanz von Flaschenwasser so verheerend ist, war mir nicht klar. In dem Report heißt es:
"Since 2008, consumers in seven surveyed countries, the United States, Australia, Great Britain, France, Japan, Mexico and Russia, decreased their consumption of bottled water —suggesting that awareness of the environmental issues associated with bottled water consumption issues has increased. Swedes, at just 6 percent, are the least likely to drink bottled water every day. Germans remain the most likely to drink bottled water — 68 percent do so daily."